Ein perfekter Saisonauftakt

Sonnenschein und gute Stimmung haben beim 12. Großolbersdorfer Werferpokal für optimale Bedingungen gesorgt. Viele Starter konnten diese beim ersten Wettkampf nach dem Winter nutzen.

Von Andreas Bauer
erschienen am 04.04.2017 (Freie Presse)

Großolbersdorf. Hatten sich die Veranstalter des 12. Großolbersdorfer Werferpokals bei der Terminplanung noch um das Wetter gesorgt, so gab es im Nachhinein nur glückliche Gesichter. „Dass wir den Wettkampf so früh ausgetragen haben wie nie zuvor, war ein Glücksgriff“, strahlte Nadine Beck vom SV 1870 Großolbersdorf mit der Sonne um die Wette. Bei frühsommerlichen Temperaturen waren 140 Leichtathleten aus 41 Vereinen der Einladung gefolgt. „Damit ist unsere Kapazität ausgereizt“, so Beck über das aus Sachsen, Thüringen, Bayern und Tschechien angereiste Feld.

Am Samstag wurde nicht nur Quantität, sondern vor allem auch Qualität geboten. Nicht zuletzt dank der Bemühungen von 35 Helfern und Kampfrichtern wussten viele Aktiven die optimalen Bedingungen für sich zu nutzen. Für fast alle erwies sich der Werferpokal als perfekter Saisonauftakt. „Von persönlichen bis hin zu sächsischen Bestmarken gab es viele Rekorde“, berichtet Nadine Beck. Alle aufzuzählen, würde der Großolbersdorferin zufolge Stunden dauern, weshalb sie sich bei ihrem Fazit auf die beeindruckendsten Leistungen konzentriert, die in jeder Disziplin mit einem Werferpokal belohnt wurden.

Im männlichen Bereich ragten zwei Starter des LV 90 Erzgebirge heraus, wobei Maximilian Klaus für seine 55,20 Meter im Diskuswerfen geehrt wurde. Während er es bald zu internationalen Titelkämpfen schaffen will, hat Dominik Lewin die Senioren-Weltmeisterschaft vor fünf Monaten mit zwei Titelgewinnen erfolgreich hinter sich gebracht. Und auch in Großolbersdorf zeigte der M-35-Athlet, der beim LV 90 als Übungsleiter fungiert, beispielsweise im Kugelstoßen (14,34 m) sein ganzes Können. Auch dafür gab’s einen der begehrten Pokale, von denen im weiblichen Bereich gleich drei bei den Gastgeberinnen blieben. Lisa Richter (Kugel/11,48 m), Nadine Beck (Diskus/33,03 m) und Manja Groß (Hammer/43,26 m) erreichten in ihren Disziplinen die besten Ergebnisse. Im Speerwerfen wurde Nele Ganßmüller (LG Vogtland) ausgezeichnet, die in der W 13 auf starke 35,06 Meter kam – eine Wettkampf-Bestleistung.

Bei ihrem Wettkampf-Debüt mit dem Speer brachte es Patricia Beck (SV 1870 Großolbersdorf) auf beachtliche22,63 Meter. Damit belegte sie in der W 12 knapp hinter Svenja Hübner (LV 90 Erzgebirge) Platz 2. (Foto: Andreas Bauer)

Erstmals überhaupt mit dem Speer am Start war die Altersklasse W 12. Dabei lieferten sich LV-90-Vertreterin Svenja Hübner (22,67 m) und die Lokalmatadorin Patricia Beck ein spannendes Duell. Für die Großolbersdorferin standen letztlich vier Zentimeter weniger zu Buche, doch sie konnte sich mit einer persönlichen Bestleistung im Kugelstoßen (8,46 m) trösten. Während die Mädels zu den jüngsten Starterinnen gehörten, war Horst Fuhrmann der älteste – und ein Laufbahnende ist für den Stammgast aus Dippoldiswalde nicht in Sicht. „Weil er demnächst 90 wird, müssen wir für ihn im nächsten Jahr eine neue Altersklasse in unsere Ausschreibung aufnehmen“, so Nadine Beck.

 
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Lößnitzer Salzlauf

Zum Start des Westsachsencups 2017 konnten die Läufer des SV 1870 Großolbersdorf folgende Plätze erreichen, beim Lößnitzer Salzlauf (10 km):

3.M20 Richter, Philipp (39,58 min = 9.Platz gesamt von 167)

5.M20 Böhme, Andy (42,03 min)

3.M55 Lehmberg, Michael (45,16 min) 

9.M55 Bauer, Peter (51,30 min)

2.M70 May, Walter (1:00,15 h) 

Auch wurden im Anschluss die Gesamtplatzierungen des Westsachsencups 2016 noch geehrt.

27. Internationaler Citylauf Dresden / 16. Landesmeisterschaft 19.03.2017
Vom ehemaligen MEK waren wie schon in den Jahren 2015 und 2016 nur vier Läufer, alle vom SV 1870 Großolbersdorf, in der Landesmeisterschaftswertung. Folgende Ergebnisse wurden dabei erreicht:   
 M 20: 6. Platz Philipp Richter in 38,19 min                                                                                                                                           
M 20: 8. Platz Andy Böhme in 39,53 min                                                                                                                                               
M 55: 5. Platz Michael Lehmberg in 41,51 min      
M 70: 2. Platz Walter May in 55,45 min                                                                                                                                                  
In der Teamwertung belegte der SV 1870 Großolbersdorf in der Besetzung Philipp Richter, Andy Böhme und Michael Lehmberg mit 1:59,50 h den 12. Platz von 18 Mannschaften.
Walter May, Andy Böhme, Philipp Richter, Michael Lehmberg, Simone Clausnitzer, v.l.
Sturz im Rennen zuvor und Silber bringen Puls zum Rasen

Für die Leichtathleten der Region hat sich die Reise zur Deutschen Senioren-Meisterschaft unterm Hallendach gelohnt. Alle drei Starter erklommen in Erfurt das Podest.

Im Hürdensprint sicherte sich Elke Grahnert (l.) vom SV 1870 Großolbersdorf DM-Silber. Nicht nur die Medaille, sondern auch die Zeit von 12,23 Sekunden brachte die Marienbergerin hinterher zum Strahlen.  Foto: Ralf Görlitz

Von Andreas Bauer (Freie Presse)erschienen am 07.03.2017

Erfurt. Aus ihrer langen Laufbahn ist Elke Grahnert einiges gewöhnt. Vor Aufregung ist die Senioren-Leichtathletin des SV 1870 Großolbersdorf deshalb aber längst nicht gefeit. Auch am Wochenende gab es bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften in Erfurt wieder eine dieser unvorhersehbaren Situationen, in der die Nerven unheimlich strapaziert werden. „Ich stand plötzlich völlig unter Strom“, schildert die W-60-Starterin den Moment vor ihrem Hürdensprint. Ein Sturz im Rennen zuvor, der den Einsatz der Sanitäter erforderte, sorgte für Verzögerung. Aus der Sorge um die andere Sportlerin und der Ungeduld vor dem eigenen Start wurde aber letztlich große Freude.

„Zum Glück bin ich gut durchgekommen“, sagt Elke Grahnert über die 60 Meter, auf denen sie jede Hürde sicher meisterte. Hatte vorher der Sturz den Puls zum Rasen gebracht, so war es direkt nach dem Rennen der Blick auf die Uhr. „Über die 12,23 Sekunden habe ich mich riesig gefreut. Ich war damit eine Zehntel schneller als bei der Landesmeisterschaft in Chemnitz“, erzählt die Marienbergerin, die schon lange für den SV 1870 startet. Dass eine Konkurrentin noch schneller gewesen war, störte sie wenig. Mit Silber hat Elke Grahnert die eigenen Erwartungen erfüllt, zumal sich das Kugelstoßen als schöne Zugabe erwies. „Eigentlich war dieser Wettbewerb nur ein Lückenbüßer, weil ich so zeitig angereist war“, sagt die W-60-Athletin. Mit 8,63 Metern lief es dann aber besser als erhofft. Zu Edelmetall reichte es zwar nicht, „aber Platz 4 war für mich sehr ordentlich“. Hinzu kam noch der fünfte Rang im Hochsprung (1,17 m).

Wie Elke Grahnert konnten auch die beiden anderen Lokalvertreter nach den nationalen Titelkämpfen eine positive Bilanz ziehen. Zwar hätte Hammwerferin Manja Groß vom SV 1870 am liebsten die Silbermedaille aus Thüringen mit nach Hause genommen, da zu dieser Platzierung nur 13 Zentimeter fehlten. Andererseits konnte die W-35-Starterin auch froh über Bronze sein, denn nach einem extrem spannenden Wettbewerb lag die DM-Vierte auch nur 40 Zentimeter hinter der Großolbersdorferin.

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